Atmosphärisches
Kaltplasma


Plasma entsteht durch Anregung eines Gases aufgrund der Zufuhr von Energie, zum Beispiel mithilfe hoher Spannung.

Für die Erzeugung von atmosphärischem Kaltplasma können unterschiedliche technische Prinzipien verwendet werden. Im ActivCellpen werden dielektrische, also schwach oder gar nicht leitende Materialien verwendet, mithilfe derer Entladungsimpulse auf eine leitende Oberfläche wie z.B. menschliche Haut übertragen werden können.

Das entstehende Kaltplasma besteht aus zahlreichen physikalischen und chemischen Komponenten. Die Kombination dieser Komponenten ist letztlich für die medizinische Wirkung verantwortlich.

Aufgrund der geringen elektrischen Ströme ist die Technologie bei bestimmungs­gemässem Gebrauch für Patienten gut verträglich.

Wirkungsweise von Kaltplasma

Wirkt antimikrobiell

Die reaktiven Spezies des atmosphärischen Kaltplasmas wirken antimikrobiell. Aufgrund ihres unspezifischen oxidativen Wirkmechanismus ist eine Resistenzbildung nicht möglich. Kaltplasma ist daher auch gegen multiresistente Mikroorganismen wie zum Beispiel Staphylococcus aureus (MRSA) wirksam.

Einsatz der Kaltplasmatechnologie
in der Humanmedizin

Kaltplasma hat eine Temperatur unter 40° und eine gute Gewebeverträglichkeit, daher kann diese Therapieform gut auf Körperoberflächen angewendet werden. Dabei werden die oxidativen Eigenschaften der im Kaltplasma enthaltenen reaktiven Spezies genutzt. In der Humanmedizin hat sich der Einsatz von Kaltplasma bei der Wundbehandlung bereits etabliert und es liegen zahlreiche Studien vor, die die Wirksamkeit belegen. Insbesondere bei chronischen Wunden wird die antimikrobielle Wirkung und die daraus resultierende Verbesserung des Wundmilieus ausgenutzt, um die Wundheilung zu unterstützen. Die rasche Wirkung und die gute Verträglichkeit dieser Behandlung tragen zu einer sehr guten Akzeptanz bei.

Weiterführende Literatur

In der wissenschaftlichen Literatur werden weitere Wirkmechanismen von Kaltplasma auf Wunden erörtert, bei denen reaktive sekundäre Komponenten des Plasmas physiologische Effekte zur Unterstützung der Wundheilung auslösen, z. B.

  • Metelmann et al. (2016) Plasmamedizin. Springer Verlag.
  • Schmidt, A. and S. Bekeschus (2018). «Redox for Repair: Cold Physical Plasmas and Nrf2 Signaling Promoting Wound Healing.» Antioxidants (Basel) 7(10).
  • Bekeschus, S., T. von Woedtke, S. Emmert and A. Schmidt (2021). «Medical gas plasma-stimulated wound healing: Evidence and mechanisms.» Redox Biol 46: 102116.